Gleichstrom oder Wechselstrom
Die Antwort ist im digitalem Zeitalter ohne Bedeutung. Als Haupt-Hersteller des
Wechselstromsystems ist die Firma Märklin einzigartig am Markt. Mittlerweile bauen auch einige andere Hersteller zusätzlich zu ihren Gleichstrom-Lokomotiven welche in Wechselstrom für Märklin-Anwender. Auf der einen Seite besitzt diese Firma das wirklich zuverlässigste System der Stromübertragung. Die Punktkontakte und der Rückleiter über beide Schienen sind sehr störunanfällig auch gegen Staub und Schmutz. Auf der anderen Seite ist der Wechselstrom
komplizierter, wenn man manuelle Steuerungen mittels Elektronik einbauen will.
In vielen Fällen muß man dieses mit Optokopplern, also totale Trennung der Stromkreise erledigen.
Die Schaltungen sind viel teurer und aufwendiger.
Ich selbst habe mich also für das Gleichstromprinzip entschieden. Alle Hersteller (außer Märklin) arbeiten damit. Für mich ist der entscheidene Vorteil, nicht unbedingt an einer Firma gebunden zu sein. Obwohl die Zweileiterschienen im allgemeinen schmutzanfälliger sind als die obengenannten, habe ich dieses Problem durchaus im Griff.
Auch für das Problem der Kehrschleifen gibt es gute Lösungen. Gerade die Kehrschleifen sind kein Argument auf Gleichstrom zu
verzichten. Anfang der 90er Jahre habe ich einen Bekannten seine Märklin-Anlage auf Gleichstrom umgebaut. Er war hinterher sehr zufrieden und hat
dieses Konzept weiterverfolgt. Das Märklin-Punktkontaktsystem und Gleichstrom, besser geht es nicht. Ich spreche natürlich nur von analogen Bahnen. Die Märklin-Lokomotiven müssen hierfür „umgebaut“ werden. Der Motor kann so bleiben wie er ist. Ihm ist es sowieso egal ob er mit
Wechselstrom oder Gleichstrom gefüttert wird. Um vorwärts oder rückwärts zu fahren besitzt dieser Motor zwei gegensätzliche, getrennte Wicklungen. Er besitzt im Gegensatz zu Gleichstrom-Motoren
mit zwei Strom-Anschlüssen also Drei. Das sind Vorwärts, Rückwärts und der gemeinsame Rückleiter. Die Umschaltung erfolgt über einem Relais mit höheren Stromimpuls bis 24 Volt. Wenn wir dieses Relais einfach „stilllegen“ und dafür zwei Universal-Dioden (1N4001 kosten im Handel 10 Cent das Stück) gegensätzlich einlöten, läuft die Lok mit Gleichstrom-Transformatoren mit der bekannten links/rechts oder
vorwärts/rückwärts Stromversorgung. Alle Waggons können mit den leitenden Radsätzen so bleiben. Im Prinzip kann das ganze System so bleiben wie es war. Der
Anwender merkt eigentlich nur, dass er von jetzt an mit normalen
Gleichstrom-Transformatoren ohne Überspannungsimpuls seine Lokomotiven fährt. Sollte solch eine Anlage mal digital umgebaut werden, kann man sich auch für DCC-Decoder entscheiden. Normalerweise läuft das Märklin-System nur mit dem firmeneigenen MM-Format (Märklin-Motorola). Dieses wird in der Regel mit Dip-Schaltern „programmiert“. Viele Märklin-Modellbahner stehen darauf. Neuere MM-Decoder lassen sich auch über Software programmieren.
Beim DCC-System kann man fortschrittlich mit dem Computer alles wie z.B.
Lokadresse, Zusatzfunktionen, Fahreigenschaften usw. pogrammieren.
Zurück zu meiner Gleichstrom-Anlage. Sie ist also digital gesteuert.
Ein paar Daten vorab.
Anlage: L-Form - gesamte Länge: 7,20 m - Tiefe: 0,40 m - L-Schenkel: 4,40 m. Aufgebaut auf einem Wandregal
in einer Höhe von 140 cm vom Boden.
Technik: Zweileitergleichstrom
Schienen: A-Gleis von Piko
Rollendes Material: Loks und Waggons von Piko, Roco, Fleischmann, Trix, Liliput,
Lima, Frateschi, Mehano, ein paar Waggons von Märklin (mit Gleichstrom-Radsätzen) und Electro-Tren
Zur Zeit 25 Lokomotiven und 75 Waggons
Digitalsystem: DCC – Lok-Decoder von ESU, Lenz und Uhlenbrock.
Steuerung: über Windows-PC mit Software Rocomotion (das ist ein abgespeckter TrainController
von Jürgen Freiwald – Railroad Software) läuft aber nur mit dem Roco-Steuermodem 10785 in Verbindung mit Lokmaus2 bzw.
Multimaus von Roco. Neuerdings ist Rocomotion durch das freie Programm Rocrail
ersetzt. Rocrail bietet erheblich mehr Möglichkeiten der Steuerung. Wahlweise kann die Anlage mit jedem der beiden
Programme gestartet werden.
Stellpult und Weichen: über PC mit Rocomotion bzw. Rocrail – Weichendecoder von Lenz LS 150.
Weichenantrieb: Hoffmann (Conrad)
Signale: Viessmann (Conrad)
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