Paris - Lille - Bruxelles - Champagne Ardenne TGV - Ein Projekt für LokSim 3D
Hiermit möchte ich euch eine Eisenbahnstrecke aus Frankreich vorstellen. Ich habe bewusst
dieses Land gewählt, weil dort die schnellsten Hochgeschwindigkeitsstrecken zu befahren sind.
Meine Konstruktion ist kein direkter 1:1 Nachbau einer real existierenden
Strecke. Es ist ein gewollter Effekt, dass diese sehr an die LGV Nord angelehnt
ist. Diese führt von Paris über Lille bis nach Calais und dem Ärmelkanal. Ich möchte einfach für den Loksim-Freund den „Flair“ einer Form von Eisenbahn vermitteln, den es so in Deutschland nicht gibt.
Zwischen Paris und Calais ist das Original genau 333 km lang. Auf diesem
Abschnitt befinden sich nur zwei Bahnhöfe. Einmal ist das TGV Haute Picardie und der Bahnhof Lille-Europe. Um die volle
zugelassene Geschwindigkeit von 350 km/h (real wird 320 km/h nach Fahrplan
gefahren) zu verwirklichen, befindet sich der Bahnhof Haute Picardie außerhalb von einer Stadt, mitten zwischen Korn-, Rüben- und Kartoffelfeldern. All dieses soll die Langsamfahrstrecken vermeiden.
Die meisten Menschen leben in Frankreich in den Ballungszentren und so ist die
ländliche Gegend sehr einsam. Genau durch solch einer ländlichen Gegend führt die gesamte Strecke. Fast schnurgrade und sehr weitläufige Kurven prägen das Aussehen. In Deutschland wäre das durch die vollkommen andere Besiedlung nicht möglich. Meistens laufen die Schienen in einer Mulde mit links und rechts aufgeschütteten Wällen. Diese sind mit Büsche und niedrigen Pflanzen bewachsen. Zwischen Paris und Haute Picardie läuft die Strecke über 130 km parallel mit der Autobahn (die französische A1). Die Gegend ist sehr flach, bald wie in Ostfriesland. Das Gelände ist nirgends steiler als 2,5 %. Auf dieser LGV Nord fahren TGV, Eurostar und
Thalys-Züge. Alles ist auf absolute Geschwindigkeit und Fahrkomfort ausgelegt.
So soll es auch in meiner Konstruktion sein. In der Loksim-Simulation beginnt
die Fahrt im Pariser Bahnhof Gare du Nord. Im Original ein gewaltig großer Bahnhof. Ein Nachbau für Loksim kommt nur bedingt in Betracht. Nach 110 Kilometer freier Strecke und
einem Halt im Bahnhof Haute Picardie zweigt dann nach weiteren 10 Kilometern
die Thalys-Strecke nach Brüssel ab. Dieser Abzweig nach Brüssel, genannt HSL 1, ist im Projekt bis zur franz./belg. Grenze auch enthalten.
Kurz vor der Grenze befindet sich noch ein fiktiver Planhalt mit Namen
Valenciennes. Diese Stadt gibt es tatsächlich in Nähe der belgischen Grenze, liegt aber nicht an der HSL1. Deshalb ist in der
letzten Version 4 dieser Planhalt von Valenciennes herausgenommen worden. Die
Strecke führt jetzt nach Belgien hinein bis zur Stadt Halle (franz. Hal). Dadurch kommen
wir dem Original wieder etwas näher.
Auch die Simulation der Hauptstrecke führt auf einer Länge von 15 Kilometer an einer Autobahn vorbei. Neben ein paar niveaufreien Brücken (Viaduc de…, in Frankreich haben alle Brücken Namen) ist dieses auch die einzige landschaftliche Abwechselung.
Jetzt kommen wir zur Technik. In den erwähnten Zügen ist natürlich das besagte Äqualent zur deutschen LZB, die TVM 430 eingebaut. Auf den
Hochgeschwindigkeitsabschnitten sind keine Signale und Hektometertafeln usw.
installiert. Sämtliche Daten werden über Balisen, die in regelmäßigen Abständen im Gleis installiert sind, an den Lokführer übermittelt. Er kann im Thalys oder TGV-Cockpit über ein Display sämtliche Informationen über Geschwindigkeit, Blöcke, Entfernungskilometer usw. abrufen. An der Strecke sind nur Tafeln mit nach
rechts weisende orange-farbende Pfeile aufgestellt. Diese kennzeichnen immer
ein Blockende oder Anfang. Sollte ein Zug mal liegen bleiben, ist an Hand
dieser Tafeln die Position abgleichbar. Der Schnellfahrabschnitt beginnt mit
einem Schild auf dem drei Buchstaben „CAB“ stehen. Beim Ende des Abschnitts, ist dieses „CAB“ mit einem roten Balken schräg durchgestrichen.
Mit der im Loksim installierten LZB kann man das alles sehr gut simulieren. Es läuft fast alles von allein. Einfach überraschen lassen. Auf der Hauptstrecke herrscht Linksverkehr. Auch die Signale
(in den CAB-freien Strecken) stehen auf der linken Seite. Ich habe die französischen Signale nachgebaut. Damit man weiß woran man ist, stehen im Buchfahrplan an dieser Stelle auch die deutschen
Begriffe Vr und Hp. Zum Unterschied zur Original-Strecke habe ich, damit man
die Entfernungen realisieren kann, Hektometer-Tafeln aufgestellt. Selbstverständlich ist die gesamte Oberleitung im Stil der LGV-Strecken von mir nachgebaut
worden. Die Masten stehen im Abstand von 50 m. Markant an dieser Konstruktion
ist, dass im oberen Bereich hinter der Aufhängung am Betonmast noch eine zusätzliche Stromversorgungsleitung läuft. Der Gleisabstand ist geringer als in Deutschland. Er beträgt „nur“ 4,2 m.
Die Simulations-Strecke kann man gut mit BR 406 (ICE 3 - Mehrstromsystem) von
Markus Niessen befahren. Neuerdings gibt es den BR 406 auch von Ulrich Peters
in einer neuen Version für den Losim 2.6.x. Diese ICE-Garnitur befährt im Original die neue LGV Est von Paris über Straßburg, Frankfurt a. M. bis Stuttgart. Unterdessen ist von Markus Finken auch ein
Thalys-Führerstand erstellt worden. Hier ist in der DB-Version als BR 409 auch die LZB
eingebaut. Diese Einheiten verkehren auf der Strecke Paris–Brüssel–Köln–Amsterdam.
Für die Freunde langsamer Strecken ist in diesem Projekt eine Nebenstrecke
integriert. Diese zweigt im Bahnhof Villiers-le-Bel eingleisig ab. Die
Oberleitung besteht aus den alten gotischen Portalmasten die auf eine
Gleichstromversorgung hinweisen. Eine befahrbare Oberleitung in dieser Form ist
im Loksim-Programm total neu. Die Nebenbahn hat eine Gesamtlänge von 18 km und ist absolut fiktiv. Sie hat in Wirklichkeit nichts mit der
tatsächlichen LGV Nord zu tun. Auch die angegebenen Bahnhofsbezeichnungen und
Ortsnamen sind zwar existent, für dieses Projekt auch spekulativ.
Damit man mit Loksim 3D diese Nebenbahn befahren kann, ist alles auf die in
Deutschland üblichen und in dem Programm integrierten Systemen ausgerichtet. Dadurch ist es möglich im Prinzip jedes Triebfahrzeug von Loksim zu verwenden.
Die Fahrt beginnt auf der LGV-Strecke in Gare du Nord. Der nächste Planhalt ist in Villiers-le-Bel. Bis hierher kann die Strecke bis max. 140
km/h befahren werden. LZB ist möglich, wird aber nicht benötigt. Ab Villiers-le-Bel beginnt die eigentliche Nebenbahn als eingleisige
Strecke und den Portalmasten. Ab hier wird mit max. 90 km/h gefahren. Es folgen
unterwegs zwei Planhalte. Die eingleisige Nebenbahn mündet dann in eine zweigleisige Hauptstrecke. Diese verbindet zwei größere Orte,die auch fahrplanmäßig befahren werden können. In Meaux zweigt noch eine weitere eingleisige Strecke als Fantasieprojekt
ab.
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